AdmiralDirekt.de - Hände weg von Autoversicherung



Foto: Gabi Eder  / pixelio.de
Seit über dreißig Jahren fahre ich nun regelmäßig ein Auto, nie etwas besonderes, aber immer etwas eigenes. Ich sehe mich deshalb einigermaßen vertraut mit den Gepflogenheiten von Straßenverkehrsämtern, Steuerbehörden und Kfz-Versicherungen. Aber was mir jetzt passiert ist, das schlägt dem Fass den Boden aus. Der Trabi meiner Frau hatte ausgedient und sie brauchte auf die Schnelle ein neues Auto. Also habe ich ihr mit Hilfe von Ebay kurzerhand eines besorgt: einen Renault Twingo - ein chicer kleiner Flitzer. Schnell war über das Internet eine günstige Kfz-Versicherung gefunden und so stand der Zulassung auch nichts mehr im Wege. Toll ist das, dachte ich noch so, wie schnell das heute alles geht mit eVB und Co! Da ich den Twingo als Zweitwagen laufen lassen wollte, habe ich, der Einfachheit halber, die Haftpflichtversicherung bei derselben Gesellschaft beantragt, bei der auch schon mein Erstfahrzeug versichert ist.
Ich fahre also nach Cuxhaven, alle nötigen Papiere im Gepäck und auch die alten Schilder, denn das Geld für neue wollten wir uns gerne sparen. Die Zulassung verlief erwartungsgemäß problemlos und alle waren glücklich, besonders meine liebe Frau. Tage später erhielt ich auch meinen Versicherungsvertrag und alles schien in bester Ordnung.
Da bekomme ich heute Post von der Versicherungsgesellschaft, dass man vom Vertrag zurück getreten sei und rückwirkend bis zum Zulassungsdatum kein Versicherungsschutz bestünde. Die Zulassungsstelle würde informiert werden und eine Zwangsstilllegung veranlassen.
Hallo? Da musste ich mich erst mal setzen. Was war passiert? Ich hatte vor kurzem meine Girokonto gewechselt und für die neue Bankverbindung noch keinen Dispo-Kreditrahmen einrichten lassen. Nun kam es dazu, dass zum Zeitpunkt, als die Versicherung abbuchen wollte, das Konto aufgrund anderer Abbuchungen nicht mehr gedeckt war. Der Lastschriftauftrag der Versicherung wurde deshalb zurück gewiesen und ich wurde per Post darüber informiert. Zuerst war der Schreck groß, aber kein Problem, dachte ich, das könne schon mal passieren! Ich überwies also sofort nach Kenntnisnahme online einen größeren Betrag auf das betreffende Konto und wähnte mich in Sicherheit. Bestimmt wäre jetzt alles in Ordnung. Bestimmt würde die Versicherung noch einmal versuchen, das Geld einzuziehen, zumindest aber würden sie mir eine Mahnung schicken. Die kostet dann zwar Geld, aber so ist es eben.
Ja, davon habe ich aber wirklich nur geträumt. Ich erhielt keine Mahnung, keine Zahlungsaufforderung, nichts dergleichen. Ich wurde sofort, fristlos und rückwirkend aus der Versicherung geworfen. Und dafür habe ich nun wirklich kein Verständnis mehr. Schließlich bin ich mit meinem Erstfahrzeug auch Kunde bei dieser Versicherung und da gibt es keinerlei Probleme. Kundenfreundlichkeit? Fehlanzeige! Du hast einen Fehler gemacht, also schmeißen wir dich raus! Ehrlich gesagt, möchte ich nicht bei solch einer Gesellschaft beschäftigt sein. Das ist knallharter Kapitalismus! Natürlich dürfen die das. auf der dreiundachtzigsten Seite ihrer kleingedruckten AGB wird das sicher irgendwo stehen. Mir ist das zu dumm. Ich werde jetzt mein Erstfahrzeug auch woanders versichern, auch wenn ich dafür womöglich etwas mehr bezahlen muss. Ich bin ja immer für billig, aber was einem hier angeboten wird, ist unterstes Niveau und dafür ist ein geringer Beitrag auch noch zu viel Geld, wie ich finde! Ich hatte noch versucht, telefonisch alles zu klären, zu erklären, wieder auf den Weg zu bringen. Aber dort wollte man nicht mehr mit mir reden. Erst ließ man mich "48 Stunden" in der Warteschleife hängen, immer mit der Ansage, es wäre gleich ein Mitarbeiter für mich da um mir nach einer weiteren Zeit per ansage mitzuteilen, dass ich besser später noch einmal anrufen sollte. So kommt man auch zu Geld! Ich habe mich aber nicht abwimmeln lassen und bin dran geblieben. Nach weiteren 48 Stunden hatte ich dann einen Mitarbeiter am Ohr. Gott sei Dank, dachte ich, jetzt kann ich alles aufklären. Aber da lag ich völlig falsch! Es bestand überhaupt kein Interesse, etwas aufzuklären. Der Rücktritt sei rechtskräftig, hieß es nur, ich müsste mich nun woanders versichern lassen.
Ich habe eine schlechte Erfahrung gemacht und möchte sie auf diesem Wege allen ersparen, die vielleicht auch über einen Wechsel zur günstigen AdmiralDirekt nachdenken. Wenn wegen so einer Lappalie schon so krass mit Kunden umgegangen wird, was passiert dann, wenn man dort einen Versicherungsschaden anzumelden hat?

Ich glaube, das will ich gar nicht wissen ...

Kommentare:

  1. Mein Gott, was jammerst du rum, bringe deine Finanzen in Ordnung dann hast du keine Probleme.

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  2. Ist eben nicht ganz einfach, wenn die Zahlen nicht passen. Da wirst du aber auch bei anderen Autoversicherungen wenig Chancen haben!

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  3. Da muss ich den Verfasser des Artikels in Schutz nehmen. In meinem Fall hatte der Versicherungsmakler eine falsche Ziffer in meiner Kontonummer angegeben. Das restliche Prozedere lässt sich oben nachlesen...

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  4. Dem Versicherungsvertragsgesetz "VVG" entnehmen Sie bitte folgendes :

    § 37
    Zahlungsverzug bei Erstprämie


    (1) Wird die einmalige oder die erste Prämie nicht rechtzeitig gezahlt, ist der Versicherer, solange die Zahlung nicht bewirkt ist, zum Rücktritt vom Vertrag berechtigt, es sei denn, der Versicherungsnehmer hat die Nichtzahlung nicht zu vertreten.

    (2) Ist die einmalige oder die erste Prämie bei Eintritt des Versicherungsfalles nicht gezahlt, ist der Versicherer nicht zur Leistung verpflichtet, es sei denn, der Versicherungsnehmer hat die Nichtzahlung nicht zu vertreten. Der Versicherer ist nur leistungsfrei, wenn er den Versicherungsnehmer durch gesonderte Mitteilung in Textform oder durch einen auffälligen Hinweis im Versicherungsschein auf diese Rechtsfolge der Nichtzahlung der Prämie aufmerksam gemacht hat.

    Somit ist jeder Versicherer dazu berechtigt, nach § 37 VVG den Rücktritt infolge Nichtzahlung der Erstprämie auszusprechen, bzw. erklären.

    Die Vorgehensweise ist somit völlig rechtens!!

    Das eine Nichtzahlung der Erstprämie einen Rücktritt zufolge hat sollte jedem Menschen mehr als einleuchtend sein!

    Mit besten Empfehlungen aus der Versicherungswirtschaft

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    1. @Anonym 21. November 2013

      Es spricht zwar vieles dafür, dass der Autor des Beitrages selbst die Reaktion der Versicherung zu vertreten hat. Für eine Aussage, daß die Vorgehensweise völlig rechtens sei, fehlen noch Informationen (vgl zum Rücktrittsrecht das Urteil des Landgerichtes in Dortmund vom 4. August 2011 zu Az.: 2 O 130/11.)

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    2. Es geht mir hier nicht darum, ob sich die Admiraldirekt gesetzeskonform verhalten hat oder nicht. Ich möchte als Kunde so einfach nicht behandelt werden. Diese Leute leben schließlich von meinem Geld und da erwarte ich schon etwas mehr Höflichkeit, Respekt und Einfühlungsvermögen.

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    3. Ganz Ehrlich Herr Bütow,
      ich bin Kunde bei AD sei 5 Jahren und komischerweise bekomme ich alle Höflichekt, Repsket und Einfühlungsvermögen. Wenn Sie einfach nur ich sage mal .. zu dumm sind um Geld auf dem Konto zu haben, haben Sie in dem Punkt PP - ergo Persönliches Pech. Die Gesellschaft hat alles in Ordnung gemacht :) und sich dann zu beschweren? Was bringt das Ihnen? EInfach nachdenken, besser handeln, keine probleme machen und dann ist die Welt in Ordnung

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    4. Was es mir einbringt, mich hier zu beschweren? Das kann ich dir sagen: Es bringt mir lustige Kommentare ein...

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  5. hallo erst mal, ich finde das so etwas von bösartig wie rotzig die kommentare hier sind. ich bin selbst von dieser versicherung GEPLAGT!!! keine rechnungen, keine mahnung etc einfach die kündigung (ohne schadensfälle) früher hat man eine rechnung bekommen dann eine zahlungserinnerung, die senden gar nichts. ich habe den betrag beglichen nach rücksprache, werde zum nächsten jahr aber kündigen

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  6. Danke! Zeitweise glaubte ich schon, mit meiner Wahrnehmung stimme etwas nicht. Es kann ja auch jeder sehen, wie er will. Meine Intention war eigentlich,Menschen zu helfen und sie vor einem Reinfall zu warnen. Aber wer weiß, vielleicht hat ja die Admiral selbst für diese seltsamen Kommentare gesorgt. Ich meine, wer liest so einen Beitrag? In der Regel doch jemand, dem Ähnliches widerfahren ist oder der auf der Suche nach einer Versicherung ist. Der würde aber sicher einen anderen Standpunkt einnehmen. Wie dem auch sein. Deinen Kommentar hier finde ich gut!

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  7. Ich finde den Kommentar am Anfang auch gut. Ich habe ähnliche Erfahrungen mit dieser Versicherung gemacht. Ich hatte auch einen Kontowechsel, und halt vergessen das das Auto meiner Frau auch von meinem Konto abgebucht wird. Dann könnte man ja wenigstens den Kunden erst einmal informieren, und nicht gleich mit der Axt ins Haus kommen.

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    1. Ja, genauso sehe ich das auch. So würde ich mit meinen Kunden nicht umgehen. Liebe Grüße Benno

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